Wir freuen uns sehr über die Einladung an die Bamberger Kurzfilmtage. Die beiden Sonderprogramme wurden in einer Zusammenarbeit zwischen dem Festival look&roll und der Offenen Behindertenarbeit der Lebenshilfe Bamberg gestaltet.
Alle Filme sind in deutscher und französischer Sprache auch für Gehörlose untertitelt. Für Blinde und sehbehinderte wird bei zwei Veranstaltungen eine Live-Audiodeskription auf Kopfhörer angeboten.
Programm 1 (112 Minuten)
Freitag, 27. Januar 2012, 22.30h
Odeon - Kino & Café
Luitpoldstr.25
D-96025 Bamberg
Sonntag, 29. Januar 2012, 20.15h (mit Live-Audiodeskription!)
Lichtspiel - Kino & Café
Untere Königstr. 34
D-96025 Bamberg

Phoenix Dance
Karina Epperlein
USA 2006, 22’, Dokumentarfilm, OV/d/f
Der Tanz war der Lebensinhalt des amerikanischen Tänzers Homer Avila (er verstarb im April 2004 im Alter von 49). Infolge einer zu spät behandelten, seltenen Krebsart, wurde Homer ein Bein amputiert. Der Film zeugt vom bewegenden Kampf eines Ausnahmetänzers, der sich seinem Schicksal mutig stellt.

Lydskygger
(Klangschatten)
Julie Engaas
NOR 2008, 7', Animation, OV/d/f
"Die meisten Leute denken, dass ich im Dunkeln lebe, aber vor meinen Augen ist nichts. Nur Luft." Hege Norset Blichfeldt, eine blinde Frau, erzählt uns in diesem hervorragend animierten Film davon, wie sie sich anhand von "Klangschatten" orientiert. Sehr eindrücklich und mit bezaubernden Bildern illustriert.

Anders & Harri
Johan Palmgren / Åsa Blanck
SWE 2008, 13’, Dokumentarfilm, OV/d/f
Anders und Harri sind die besten Freunde, die man sich denken kann. Sie gehen durch dick und dünn und beide lieben Musik. Anders liebt zudem auch Züge. Die beiden reisen nach Getå, wo sich vor langer Zeit das grösste Eisenbahnunglück der schwedischen Geschichte ereignet hat. Zwischendurch haben sie Meinungsverschiedenheiten, die nicht einfach zu beheben sind, denn es geht um Viel: Lässt sich Harri von Anders helfen, wenn er Angst hat, oder nicht?

Over mijn lippen
(Über meine Lippen)
Janica Draisma
NL 2006, 14’, Dokumentarfilm, OV/d/f
Ein Film über das Sprechen, Stottern, Singen, Schweigen und Zuhören. Über Kommunikation. Wie geht man damit um, anders zu sprechen? Und wie reagieren wir auf Jemanden, der sich anders verhält, als die Norm es vorgibt. Die Wissenschaft bezeichnet Stottern als “neuromuskuläre Störung“ bei der Fehlfunktionen eines Muskels verhindern, dass Worte flüssig hervorkommen. Aber der Geist und das Unbewusste spielen auch eine Rolle. Wenn Du singst, stotterst Du nicht. Das ist das Wunder beim Stottern! „Über meine Lippen” wirft ein neues Licht auf Stotternde und ermöglicht uns eine interessierte und verständnisvolle Annäherung an dieses Phänomen. Vielleicht denken wir sogar grundsätzlich über unsere eigene Kommunikation nach. Denn wie auch immer: der Austausch mit Anderen spielt eine entscheidende Rolle in unserem Leben.

Mon petit frère de la lune
(Mein kleiner Bruder vom Mond)
Frédérick Philibert
F 2007, 7’, Animation, OV/d/f
Ein kleines Mädchen erzählt uns, warum ihr autistischer Bruder anders ist, als andere Kinder. Und sie erzählt uns davon, wie wunderbar es ist, wenn sie dennoch zu ihm findet.

Jak Motyl
(Wie ein Schmetterling)
Ewa Pieta
PL 2006, 28’, Dokumentarfilm, OV/d/f
Przemek ist seit Geburt gelähmt und kann nicht sprechen, aber sein Geist ist intakt. Als Junge versuchte er, mit seiner Umwelt zu kommunizieren, wurde aber 16 Jahre lang nicht verstanden. Auf diese Weise für dumm gehalten begann er, die Hoffnung zu verlieren, bis ein Wunder geschah... Heute schreibt er Gedichte und heimst Preise dafür ein.

Rendez-Vous
Marcin Janos Krawczyk
PL 2006, 9’, Dokumentarfilm, OV/d/f
Ein kalter Wintertag. Eine Frau und ein Mann betreten ein Café. Er möchte Eis, sie Kuchen. Sie sehen zufrieden aus. Weil es sich nicht gehört, in einem Café nur zu essen und zu trinken, unterhalten sie sich. Aber über was? Über alles! „Einsamkeit ist das Schlimmste, wenn Du niemanden an Deiner Seite hast“, sagt Lukas. Ein schwebender Augenblick in einem Café, „man möchte, dass er anhält und anhält und anhält…
Programm 2 (85 Minuten)
Samstag, 28. Januar 2012, 20.15h (mit Live-Audiodeskription)
Lichtspiel - Kino & Café
Untere Königstr. 34
D-96025 Bamberg

The Cost of Living
Lloyd Newson
UK 2004, 35’, Spielfilm, OV/d/f
Cromer bei Norfolk, ist ein typischer, altmodischer und verblasster Ferienort an Englands Küste. Die Sommersaison geht zu Ende und ein Hauch von Verlassenheit liegt über der Stadt. Eddie und David sind desillusionierte Strassenkünstler. Eddie ist direkt, scheut keine Konfrontation und kämpft für seinen Glauben an das Gerechte und die Ehrlichkeit. David ist ein Tänzer ohne Beine; ihm zuzusehen bedeutet, die eigenen Vorstellungen von Perfektion zu hinterfragen. Ruhig und bestimmt achtet er darauf, dass ihm seine Behinderung und gesellschaftliche Vorurteile nicht in die Quere kommen. Eine Reihe von lose verknüpften Szenen zeigen, wie die beiden leben, in und aus Beziehungen gleiten und von Tag zu Tag überleben.

Born Freak
Paul Sapin
UK 2002, 50’, Dokumentarfilm, OV/d/f
Ein humorvoller und bewegender Bericht des britischen Schauspielers Mat Fraser, der die Geschichte behinderter Bühnenkünstler untersucht. Selbst contergangeschädigt, erforscht und rekonstruiert Mat Fraser das Leben einiger legendärer behinderter Entertainer Europas im 18. und 19. Jahrhundert. Er setzt seine Suche in Amerika fort und besucht unter anderem die letzte amerikanische Freak Show, die "Side Show by the Seashore" in Coney Island, New York, deren Direktor ihn sogar zum Mitmachen bewegen kann. Frasers Reise, persönlich und historisch, endet mit einem dramatischen Finale, das jedes Publikum begeistern wird.
