Erstmals werden im Rahmen des wunderbaren und einzigartigen Adventsmarkts in Trogen Filme zum Thema Behinderung gezeigt. Im Angebot sind über den ganzen Tag verteilt vier Kurzprogramme mit Meisterwerken des internationalen Kurzfilmfestivals look&roll.
Samstag, 4. Dezember 2010
"Haus Vorderdorf" - Cafeteria
Wäldlerstrasse 4
9043 Trogen
Eintritt: gratis
Moderation: Gerhard Protschka, Festivalleiter look&roll
Die Filmprogramme 1-4 werden live audiodeskribiert!
Filmprogramm 1, 10.00h

Anders & Harri
Johan Palmgren / Åsa Blanck
SWE 2008, 13’, Dokumentarfilm, OV/d/f
Anders und Harri sind die besten Freunde, die man sich denken kann. Sie gehen durch dick und dünn und beide lieben Musik. Anders liebt zudem auch Züge. Die beiden reisen nach Getå, wo sich vor langer Zeit das grösste Eisenbahnunglück der schwedischen Geschichte ereignet hat. Zwischendurch haben sie Meinungsverschiedenheiten, die nicht einfach zu beheben sind, denn es geht um Viel: Lässt sich Harri von Anders helfen, wenn er Angst hat, oder nicht?

Aegypten
Katrin Resetarits
A 1999, 10’, Dokumentarfilm, OV/d/f
Ägypten ist ein Film fast ohne Ton über taubstumme Menschen bzw. ihre Gebärdensprache: eine Sprache, die (wie die altägyptischen Hieroglyphen) das symbolische Bezeichnen mittels Worten mit dem mimetisch-analogen Bezeichnen durch bildhafte Gesten verbindet. Nüchterne Schwarzweißaufnahmen zeigen, wie "Hai", "Witwe", "Marilyn Monroe", eine James-Bond-Szene, ein Wienerlied oder die Geschichte einer Schatzsuche zweier Ägypten-Urlauber in Gebärdensprache ausschauen, und sind eine - ganz kleine, andeutungshafte - Einführung in eine unvertraute Wahrnehmungsweise, in der man die tönende Welt sieht, ohne zu hören. (Drehli Robnik)

One Goal
(Ein Ziel)
Sergi Agusti
SP 2008, 26’, Dokumentarfilm, OV/d/f
Fussball als Friedensarbeit! Ein Team junger Männer, die im Krieg verletzt und amputiert wurden, engagiert sich als Amutierten-Elf für ein friedliches Zusammenleben aller Menschen. Sergi Agusti begleitet sie bei ihrem leidenschaftlichen Einsatz, der sie zum Vorbild einer ganzen Gesellschaft macht.
Filmprogramm 2, 11.30h

Phoenix Dance
Karina Epperlein
USA 2006, 22’, Dokumentarfilm, OV/d/f
Der Tanz war der Lebensinhalt des amerikanischen Tänzers Homer Avila (er verstarb im April 2004 im Alter von 49). Infolge einer zu spät behandelten, seltenen Krebsart, wurde Homer ein Bein amputiert. Der Film zeugt vom bewegenden Kampf eines Ausnahmetänzers, der sich seinem Schicksal mutig stellt.

Wackelkontakt
Eike Swoboda/Felix Engel
D 2004, 28’, Spielfilm, OV/d/f
Falco, Mitte dreissig, arbeitslos, lethargisch, hat nur eine Leidenschaft: in der U-Bahn den Gesprächen seiner Umgebung zu lauschen und sie auf Band aufzunehmen. Anstatt den Kontakt zu anderen Menschen zu suchen, bleibt er lieber alleine. Das funktioniert so lange, bis er auf Anja trifft. Das genaue Gegenteil von ihm: direkt, launisch, lebenslustig und mit einem grossen Traum: Fotografin zu werden.
Sondervorführung, 13.00h
Stimmungsdokumentation vom Trogener Adventsmarkt
Thomas Karrer, CH 2010, 25', Dokumentation, D
ohne Audiodeskription
Filmprogramm 3, 14.30h

Mon petit frère de la lune
(Mein kleiner Bruder vom Mond)
Frédérick Philibert
F 2007, 7’, Animation, OV/d/f
Ein kleines Mädchen erzählt uns, warum ihr autistischer Bruder anders ist, als andere Kinder. Und sie erzählt uns davon, wie wunderbar es ist, wenn sie dennoch zu ihm findet.

The Cost of Living
(Der Preis des Daseins)
Lloyd Newson
UK 2004, 35’, Spielfilm, OV/d/f
Cromer bei Norfolk, ist ein typischer, altmodischer und verblasster Ferienort an Englands Küste. Die Sommersaison geht zu Ende und ein Hauch von Verlassenheit liegt über der Stadt. Eddie und David sind desillusionierte Strassenkünstler. Eddie ist direkt, scheut keine Konfrontation und kämpft für seinen Glauben an das Gerechte und die Ehrlichkeit. David ist ein Tänzer ohne Beine; ihm zuzusehen bedeutet, die eigenen Vorstellungen von Perfektion zu hinterfragen. Ruhig und bestimmt achtet er darauf, dass ihm seine Behinderung und gesellschaftliche Vorurteile nicht in die Quere kommen. Eine Reihe von lose verknüpften Szenen zeigen, wie die beiden leben, in und aus Beziehungen gleiten und von Tag zu Tag überleben.

Rendez-Vous
Marcin Janos Krawczyk
PL 2006, 9’, Dokumentarfilm, OV/d/f
Ein kalter Wintertag. Eine Frau und ein Mann betreten ein Café. Er möchte Eis, sie Kuchen. Sie sehen zufrieden aus. Weil es sich nicht gehört, in einem Café nur zu essen und zu trinken, unterhalten sie sich. Aber über was? Über alles! „Einsamkeit ist das Schlimmste, wenn Du niemanden an Deiner Seite hast“, sagt Lukas. Ein schwebender Augenblick in einem Café, „man möchte, dass er anhält und anhält und anhält…
Filmprogramm 4, 16.00h

Jak to jest być moją matką
(Wie es ist, meine Mutter zu sein)
Norah McGettigan
PL 2007, 30’, Spielfilm, OV/d/f
Monika, eine bekannte Journalistin, sitzt nach eienr doppelten Amputation ohne Beine im Rollstuhl. Ihr Tochter Julia dreht einen Film über sie. Bei der premiere eskalieren die Dinge und die Beziehung zwischen den beiden wird auf eine harte Probe gestellt. Eine Mutter macht die schmerzhafte Erfahrung, dass ihre Tochter erwachsen wird und ihre eigenen Wege geht.

Uno màs, uno menos
(Eins mehr, eins weniger)
Alvaro Pastor
E 2002, 21’, Spielfilm, OV/d/f
Ana ist Journalistin und plant einen Dokumentarfilm über Lourdes, eine junge Frau mit Down-Syndrom, und Ana wird unversehens in eine fremde Welt gezogen. Lourdes träumt davon, Krankenschwester zu werden, eines Tages ihren Freund Carlos zu heiraten und mit ihm 9 Kinder zu bekommen. Was als erzwungene Arbeitsbeziehung beginnt, verwandelt sich zusehends in echtes Interesse und eine wahre Freundschaft.
