Eine Frau spricht die Audiodeskription in ein Tischmikrofon
 
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Live-Audiodeskription im Theater

audiodeskription

«look&roll» produziert seit 2006 Audiodeskription für den eigenen Bedarf. Immer prüfen blinde oder hochgradig sehbehinderte Menschen die Qualität der Texte. Seit kurzer Zeit gibt es für die Filmindustrie mit «Hörfilm Schweiz» auch einen einheimischen professionellen Anbieter für die Produktion von Audidodeskription.

Audiodeskription im Kino hat «look&roll» um Jahre früher als andere Projekte in der Schweiz standardmässig angeboten. Und bis heute ermöglichen nur wir das ausschliesslich in der Form, die den Kinobesuch von Sehbehinderten tatsächlich inklusiv gestaltet.

Inklusiv heisst konkret: Blinde und Sehbehinderte gehen ins Kino und erhalten beim Kauf eines Tickets den Empfänger für die AD und Kopfhörer (natürlich können sie auch eigene mitbringen) ausgehändigt. Der Aufwand für Kinobetreiber ist nicht grösser als z.B. beim Verkauf eines Getränks (bringt aber mehr ein!)

Das gegenwärtig mit aller Macht lancierte System «Greta & Starks» verlangt von NutzerInnen der Audiodeskription hingegen eine vorgängige Registrierung, einen oft langwierigen Download (den selbst Sehende nicht immer zustande bringen), ein Smartphone und den versierten Umgang damit. Die Bereitstellung der Audiodeskription zum Download ist zudem mit hohen Kosten für Verleiher verbunden (vermutlich ist das der Grund für die geringe Anzahl verfügbarer Filme). Diese Lösung schliesst technisch weniger versierte Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen aus und macht den Kinobesuch zum «Projekt».

Die inklusive Form der Audiodeskription ist übrigens auf allen digitalen Projektionssystemen sehr günstig möglich, aber dennoch erst in sehr wenigen Kinos verfügbar. Die Verleiher scheinen diese Fehlentwicklung zu unterstützen, indem sie die Audiodeskription erst gar nicht ins Trägermedium der Filmfiles packt. Damit läuft die Initiative des Gesetzgebers für eine verbesserte Zugänglichkeit im Kino bislang ins Leere.