Eine Frau spricht die Audiodeskription in ein Tischmikrofon
 
1 / 3
 
Live-Audiodeskription im Theater

audiodeskription

«look&roll» produziert seit 2006 Audiodeskription für den eigenen Bedarf. Immer prüfen blinde oder hochgradig sehbehinderte Menschen die Qualität der Texte.

Audiodeskription im Kino haben wir seit Beginn und damit um Jahre früher als andere Projekte ausschliesslich in einer Form angeboten, die keinerlei Vorbereitung des Kinobesuchs seitens der Sehbehinderten voraussetzt. Die Technik dafür ist unter dem Strich kostengünstiger als jede App.

Das gegenwärtig mit aller Macht lancierte System «Greta & Starks» verlangt von NutzerInnen der Audiodeskription leider eine vorgängige Registrierung, einen oft langwierigen Download (den selbst Sehende nicht immer zustande bringen), ein Smartphone und den versierten Umgang damit. Die Bereitstellung der Audiodeskription zum Download ist zudem mit hohen Kosten für Verleiher verbunden (vermutlich ist das der Grund für die geringe Anzahl verfügbarer Filme). Diese Lösung schliesst technisch weniger versierte Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen aus und macht den Kinobesuch zum «Projekt». Inklusiv ist das nicht.

Inklusiv wäre es, wenn Blinde und Sehbehinderte ins Kino gehen und beim Kauf eines Tickets den Empfänger für die AD und Kopfhörer (natürlich können sie auch eigene mitbringen) ausgehändigt bekommen. Der Aufwand für Kinobetreiber ist überschaubar und die Verleiher sparen bei jedem Film die Aufschaltkosten der Audiodeskription.

Die inklusive Form der Audiodeskription ist auf allen digitalen Projektionssystemen möglich, aber leider erst in sehr wenigen Kinos verfügbar. Das hat mit dem Bestreben zu tun, den Kinobetreibern möglichst jeden Aufwand zu ersparen, indem man den Nutzerinnen und Nutzern eine aufwändige Vorbereitung auf jeden Kinobesuch zumutet. Die Verleiher scheinen diese Fehlentwicklung zu unterstützen, indem sie die Audiodeskription erst gar nicht ins Trägermedium der Filmfiles packt. Damit läuft die Initiative des Gesetzgebers für eine verbesserte Zugänglichkeit im Kino ins Leere.