Profil einer sanft lächelnden, dunkelhaarigen Frau um die 40
 
1 / 3
 
«Marina» von Julia Roesler, Deutschland 2018

Marina

Deutschland 2018, Fic., 28 Min., OV/d
Regie: Julia Roesler

Der Film er­zählt von der 40-jährigen Marina, die in Deutsch­land zum wieder­holten Male 24 Stun­den pro Tag und 7 Tage pro Woche als Pflege­kraft in ei­nem deutschen Privat­haus­halt arbeitet. Der Mann, den sie die letz­ten Mo­nate ge­pflegt hat, ist in der letz­ten Nacht ver­storben, nun sitzt sie auf dem So­fa im Wohn­zim­mer und war­tet auf die An­kunft der An­gehöri­gen zur Schlüs­sel­über­gabe. Dort sitzend er­zählt sie in ei­nem Mono­log von ihrer Tätig­keit, Motiva­tion und einzel­nen Erfah­rungen. Die Woh­nung des Ver­storbenen wird als her­metischer Schau­platz des Arbeits- und Lebens­alltags wäh­rend des ge­samten Films nicht ver­lassen.

Sonderpreis 2020 des Festivalleiters

Begründung:

Julia Rösler und der «werkgruppe 2» gelingt mit diesem Film eine ein­fühl­same Studie zu ost­europäischen Pflege­kräften, die mit ihrer Arbeit in wohl­habenden Ländern ganze Familien ernähren. Marina, die Frau im Mittel­punkt, steht für viele und spricht für viele. Von der Öffent­lichkeit kaum wahr­genommen und von ihren «Arbeitgeber*innen» oft scham­los aus­genutzt ver­richten sie Tätig­keiten, für die sich die Mitglieder  der wohlhabenden Gesell­schaften zu schade sind. 

«Marina» ver­mittelt Ein­blicke in eine Arbeits­migration, die ganze Erd­teile umfasst, die von niemandem ge­wollt ist und die die sozialen Strukturen in den ärmeren Ländern massiv gefährden. Und die dennoch immer mehr an Um­fang gewinnt.