Das Gesicht eines Mannes im Halbprofil
 
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1. Preis der Jury: «Perfectly Normal» von Joris Debeij

look&roll awards 2018

Herzlichen Glückwunsch an die Preisträger! Und herzlichen Dank an alle Filmschaffenden, die die Beiträge für unsere Wettbewerbe geschaffen haben. Denn es sind sie, die dieses Festival ermöglichen.

1. Preis der Jury (CHF 5’000.-)
«Perfectly Normal» von Joris Debeij, USA 2017
Begründung der Jury:
Unscheinbar, still und leise erzählt: Der Alltag zweier Antihelden. Zwei Antihelden des Alltags. Eine simple, schlichte und einfache Zusammenkunft. Das Miteinander von zwei Menschen, die sich in der individuellen Komplexität ihrer Behinderung ihre ganz eigene Normalität, ihre eigene Lebenswelt schaffen. Der Zuschauer bekommt ein annäherndes Gefühl für ein Leben mit Asperger in seinen Grenzen und über diese hinaus. Der Film folgt keiner
linearen Erzählweise sondern ein Denken in Sphären, das uns nicht
möglich ist, wird in Bilder übersetzt.
Die Aufnahmen liebevoller Details eines unspektakulären Alltags, repetitive Momente und das Zusammenleben mit der Partnerin entwerfen eine Struktur, dem der Film folgt und gleichzeitig die Konstanten des Protagonisten bilden. Jordan bringt das Motto des Films in zwei Worten auf den Punkt: «People First.»

2. Preis der Jury (CHF 2’500.-)
«Møterommet»von Ellen Ugelstad, Norwegen 2017
Begründung der Jury:
Wir alle spielen Theater, wir alle inszenieren uns selbst.
Wir sehen eine Anordnung von Experten und deren Zusammenspiel.
In Einzelgesprächen kommen weitere Sichtweisen hinzu und es offenbart sich ein Antlitz der Menschlichkeit hinter dem nüchternen Apparat der Bürokratie. Es besteht ein gemeinsames Interesse daran, dass der Mensch, über den verhandelt wird, ein eigenständiges Leben führt. Was bereits fest steht, ist das Entlassungsdatum aus der Klinik. Was fehlt, ist eine Vision dessen, was das Leben draussen im einzelnen ausmacht. Zurück bleiben Leerlauf und ein gewisses Gefühl von Ratlosigkeit. Das Schicksal der Hauptperson ist kein Einzelschicksal, es betrifft uns alle. Ellen Ugelstad gelingt es auf bemerkenswerte Art und Weise, mit der Architektur des theatralen Raums diese Realität ohne Anklage zu spiegeln.

Publikumspreis Int. Wettbewerb (CHF 2’500.-)
«Lathatatlanul» von Áron Szentpéteri, Ungarn 2017

Publikumspreis «Reifeprüfung» (CHF 2’500.-)
«Digital Immigrants» von Norbert Kottmann / Daniel Stauffer, Schweiz 2016

Preis des Festivalleiters (CHF 1’000.-)
Sia Winkelmolen, Bas Hatfield, Vince van de Poel,  «Rock’n’Rollers» von Daan Bol, Niederlande 2016
Begründung des Festivalleiters:
Wir wurden mit dem Besuch von drei jungen Männern beehrt, der uns nachhaltig in Erinnerung bleiben wird. Alleine schon wegen des kleinen Konzerts, das sie spontan vor dem Kino gegeben haben. Den Preis für die eindrücklichste Persönlichkeit auf dem Filmset erhalten sie jedoch nicht deswegen, sondern für ihre offene und freundliche Art, in der sie über eine ausserordentlich schwierige Phase berichten und über Erfahrungen sprechen, die leider allzu oft versteckt werden.

Mitglieder der Jury 2018

Bild: Portraitfoto von Katrin Küchler

Katrin Küchler

Katrin Küchler war von 2010 bis 2017 Ko-Leiterin des inter­nationalen Kurz­film­festivals «Filmfest Dresden» und wird europa­weit als pro­funde Ken­nerin des Kurz­films geschätzt. Sie ist regel­mässig in inter­nationalen Jurys und Fach­gremien aktiv und ar­beitet heute beim MDR, u.a. für die  Kurz­film­sendung «Unicato».

Bild: Portraitfoto von Flurina Mätzener

Flurina Mätzener

Flurina Mätzener leitet in der Basler Klinik für Neuro­rehabilitation und Para­plegiologie REHAB die Logo­pädie. Sie be­fasst sich dem­gemäss mit Störun­gen der Kom­munika­tion, der verbalen und non­verbalen Sprache, des Sprechens, des Rede­flusses, der Atmung, der Stim­me, des Schluckens und mit der Schrift­sprache.

Bild: Portraitfoto Inga Laas

Inga Laas

Inga Laas ar­beitet frei­beruflich als Online-Redakteurin und schreibt u.a. für Greenpeace Schweiz. Neben ihrem Be­ruf schliesst sie der­zeit ihre Zweit­ausbildung zur Umwelt­ingenieurin ab.  Sie lebt mit ihrer Familie in Wädens­wil und ar­beitet seit mehreren Jah­ren mit «look&roll» zusam­men. Inga Laas ist seit Geburt hoch­gradig schwer­hörig und engagiert sich bei der Er­schliessung von kulturellen Ver­anstal­tungen für Menschen mit ein­ge­schränk­tem Gehör.

Bild: Portraitfoto von Michael Schmid

Michael Schmid

Michael Schmid war viele Jahre lang Mit­glied der Geschäfts­leitung eines re­nom­mier­ten deutschen Fachbuch- und Wissen­schafts­verlags, in dem unter anderem Film­bücher er­scheinen. Heute arbeitet er als frei­beruf­licher Berater für Ver­lage und ver­folgt als passionier­ter Kino­geher das Geschehen auf europäischen Lein­wänden. Er be­gleitet «look&roll» seit vielen Jahren ehren­amtlich als Berater im Hinter­grund.