Ein Text informiert die Kinobesucher, dass vor dem Filmstart eine Adiointroduktion über Kopfhörer ausgegeben wird und der Film in Kürze beginnt
 
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Bei manchen Filmen empfiehlt sich eine kurze Einführung für blinde und sehbehinderte Gäste. Foto: Lua Leirner / look&roll

audiodeskription

Die Audiodeskription im Kino ermöglicht blinden und sehbehinderten Menschen den Genuss von Filmen. In den Dialogpausen des Films wird eine Handlungsbeschreibung vorgelesen. Bei fremdsprachigen Filmen in der Originalversion werden zudem die deutschsprachigen Untertitel vorgelesen und erschliessen den Film damit zusätzlich für Menschen, die nicht oder nur schlecht lesen können.

Über die Qualität einer Audiodeskription lässt sich diskutieren, denn natürlich muss sie sich auf einen kleinen Teil des Sichtbaren beschränken. Die Wünsche von blinden und sehbehinderten Menschen an eine Audiodeskription weichen individuell stark voneinander ab, so dass stets nur ein Kompromiss möglich ist. Rechthaberei von «ExpertInnen» und allzu starre Regeln sind fehl am Platz. Sie dienen eher der Monopolisierung eines lukrativen Geschäftsfeldes und der Selbstdarstellung als der Sache.

Der entscheidende und in der Schweiz bisher nicht vollzogene Schritt nach der Produktion einer Audiodeskription ist ihre Ausgabe im Kino. Ziel muss es sein, dass Blinde und Sehbehinderte beim Kauf eines Tickets den Empfänger für die Audiodeskription und Kopfhörer (sie können auch eigene mitbringen) vor Ort ausgehändigt bekommen. Realität ist aber, dass es in der Schweiz kaum Kinos gibt, die das anbieten. Die meisten Verleiher integrieren die existierende Audiodeskription nicht einmal in die Kinoversion des Films (DCP). Hier besteht grosser Nachholbedarf bei der Gesetzgebung, wenn die Bemühungen um eine verbesserte Zugänglichkeit nicht ins Leere laufen sollen.

«look&roll» produziert seit 2006 Audiodeskription. Jedes Manuskript wird vor der Freigabe durch blinde oder hochgradig sehbehinderte Menschen geprüft. ProduzentInnen von Audiodeskription, die dies nicht garantieren, sollten nicht berücksichtigt werden. Der einzige professionelle Anbieter für Audiodeskription in der deutschsprachigen Schweiz ist «Hörfilm Schweiz» . Anleitungen für die Audiodeskription sind online in grosser Zahl verfügbar, so dass uns die Produktion immer neuer  Richtlinien und Handbücher ziemlich überflüssig erscheint. Wir empfehlen allen, die Audiodeskription produzieren möchten erst einmal einen ausführlichen Austausch mit der Zielgruppe sowie das Studium der «ITC Guidance On Standards For Audio Description».

Apps verlangen von NutzerInnen eine Registrierung, den für blinde Menschen keineswegs einfachen Download, ein Smartphone und den versierten Umgang damit. Die Bereitstellung der Audiodeskription zum Download bei diesem Unternehmen ist – was gerne verschwiegen wird – mit happigen Kosten für Verleih oder ProduzentInnen verbunden. Die Lösung schliesst technisch weniger versierte Menschen aus und macht jeden Kinobesuch zum «Projekt». Für Hörbehinderte ist die App in jeder Hinsicht unbrauchbar und zeugt im Grund vom Desinteresse und Inkompetenz der Anbieter. Die seit Jahren nicht funktionierenden Datenbrillen sind kaum besser.