Eine Frau spricht die Audiodeskription in ein Tischmikrofon
 
1 / 3
 
Live-Audiodeskription im Theater

audiodeskription

Die Audiodeskription im Kino ermöglicht, indem sie in den Dialogpausen das Geschehen auf der Leinwand beschreibt, blinden und sehbehinderten Menschen auch ohne Begleitung den Genuss von Filmen. Bei fremdsprachigen Filmen in der Originalversion werden auch die deutschsprachigen Untertitel vorgelesen und erschliessen den Film damit zusätzlich für Menschen, die nicht oder nur schlecht lesen können.

Über die Qualität einer Audiodeskription lässt sich immer diskutieren, denn natürlich muss sie sich in der Regel auf einen kleinen Teil des Sichtbaren beschränken. Die Wünsche von blinden und sehbehinderten Menschen an eine Audiodeskription weichen individuell stark voneinander ab, so dass stets nur ein Kompromiss möglich ist.

Der entscheidende und bisher in der Schweiz nicht vollzogene Schritt nach der Produktion einer Audiodeskription ist ihre Ausgabe im Kino. Ziel muss es sein, dass Blinde und Sehbehinderte beim Kauf eines Tickets den Empfänger für die Audiodeskription und Kopfhörer (sie können auch eigene mitbringen) ausgehändigt bekommen. Realität ist aber, dass es in der Schweiz kaum Kinos gibt, die Empfänger und Kopfhörer anbieten dass die Verleiher die existierende Audiodeskription nicht in die Kinoversion des Films (DCP) integrieren. Hier besteht eindeutig Nachholbedarf bei der Gesetzgebung, wenn die Bemühungen um eine verbesserte Zugänglichkeit nicht ins Leere laufen sollen.

«look&roll» produziert seit 2006 Audiodeskription. Jedes Manuskript wird vor der Freigabe durch blinde oder hochgradig sehbehinderte Menschen geprüft. Ein professioneller Anbieter für Audiodeskription in der Schweiz ist «Hörfilm Schweiz» . Anleitungen für die Audiodeskription sind online in grosser Zahl verfügbar, so dass wir die Produktion immer neuer Richtlinien und Handbücher für durchaus verzichtbar halten. Wir empfehlen allen, die Audiodekription produzieren möchten den intensiven Austausch mit Blinden und Sehbehinderten sowie das gründliche Studium der «ITC Guidance On Standards For Audio Description».

Rückmeldung einer Besucherin am Festival 2014: «Congratulations on the excellent organisation of the festival. I really loved the choice of films, they were extremely good, and very moving. The audio-description was also excellent and of great benefit for me. Before yesterday, my husband wasn’t sure that he wanted to attend a festival of films relating to different handicaps. The quality of these films have made him completely change his mind.»

Apps wie «Greta & Starks» verlangen von NutzerInnen eine Registrierung, einen oft langwierigen Download (den selbst Sehende nicht immer zustande bringen), ein Smartphone und den versierten Umgang damit. Die Bereitstellung der Audiodeskription zum Download bei diesem Unternehmen ist zudem mit hohen Kosten für Verleiher verbunden (vermutlich ist das der Grund für die geringe Anzahl verfügbarer Filme). Diese Lösung schliesst technisch weniger versierte Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen aus und macht jeden Kinobesuch zum «Projekt». Für Hörbehinderte ist diese App absolut unbrauchbar.